Wie kann man den SchülerInnen/JungwählerInnen den Ablauf des Wahlvorganges am besten erklären? Ein Wahllokal im Unterricht nachbauen, Tische und Sesseln zusammenstellen, Rollenspiel mit Wahlkommision und WählerInnen. Die Realität, das Leben ist immer die beste Schule, „learning by doing“, nicht nur eine Wunschvorstellung, sondern auch in der Realität möglich.

 

Als Neuwahlen zum Nationalrat beschlossen wurden, kam die Idee zu einem interessanten Projekt, die Genehmigung der Direktion war eingeholt und wir konnten starten:

Warum nicht volljährige SchülerInnen als SprengelwahlleiterstellvertreterInnen bei der Wahl einsetzen? Praxis Praxis Praxis!!! Es selbst machen, erleben, Verantwortung übernehmen, das Wahllokal zum Angreifen. Bringt für den Lerneffekt unendlich mehr als der Lehrer, der im Unterricht von der Lehrkanzel herabpredigt, sodass der Schulschlaf kaum zu besiegen ist, eine Lernform die es heute gottlob nicht mehr gibt!

Ein besonderer Dank gilt Herrn Erich LEINFELLNER vom Referat Personalsicherstellung von der Gemeinde Wien für seine volle Unterstützung bei unserem Projekt. Bereits im Juni kam die Genehmigung, unsere Schule konnte SchülerInnen nennen, die von der Gemeinde Wien zu SprengelwahlleiterInnen ernannt wurden. Eine große Verantwortung - Leitung der Wahlhandlung, kontrollieren von Identitäten, Auszählen der Stimme und darauf achten, dass alle gesetzlichen Vorschriften bei der Wahl eingehalten werden.

Lassen wir eine unserer Sprengelwahlleiterstellvertreterin zu Wort kommen…

Ein Erfahrungsbericht von einer unserer Schülerinnen vom Wahlsonntag:

Es war ein langer Tag. Ich musste an einem Sonntag um 6:15 Uhr im Wahllokal sein…

Der Wecker geht um 5 Uhr los. Schnell in das Wahllokal und schon beginnt die Arbeit, Stimmzetteln zählen und falten, die Wahlkuverts vorbereiten. Alles musste schnell gehen, um 7:00 kommen die ersten WählerInnen. Die Wahl beginnt, „darf ich sie um ihre Adresse und um ihren Namen bitten“. Ausweiskontrolle, Stimmzettel und Wahlkuvert ausgeben. Nachdem die WählerInnen den Stimmzettel in die Urne geworfen haben, habe ich ihnen den Ausweis zurückgegeben. Der Job war aber wirklich nicht schwer. Neben mir waren noch die Sprengelwahlleiterin und Wahlbeisitzer von der ÖVP und der SPÖ da. Um 10:30 Uhr hat mich noch der Herr Professor Steinlechner besucht und Essen und Cola vorbeigebracht. Um 17:00 Uhr haben wir das Wahllokal geschlossen und mit der Auszählung der Stimmen begonnen. Danach mussten wir die Stimmzettel und alle Listen und Formulare in das Bezirksamt bringen. Um 19:30 Uhr war ich zu Hause.

Ich habe viel gelernt und das Allerwichtigste: Für meine Arbeit habe ich 350 Euro bekommen.

Steffi H. 2. Aufbaulehrgang