Philipp Hochmair, dem Einen oder Anderen bekannt aus der ORF- Serie „Vorstadtweiber“, schlüpfte diesen Sommer spontan in die Rolle des „Jedermann“ bei den weltberühmten Salzburger Festspielen. Seit zirka einem Monat tritt der 45-Jährige in „Jedermann reloaded“, einer modernen Neuinszenierung im Wiener Burgtheater auf.

Sobald man den verdunkelten Zuschauerraum des Theaters betreten hat, stechen einem sofort die unzähligen brennenden Kerzen ins Auge, eine perfekte Szenerie. Hochmair tritt in einem fetzigen Kostüm auf die Bühne des Burgtheaters, begleitet von Electro-Beats und Rocksounds. Er schlüpft während der knapp 100 Minuten Spielzeit in unzählige Rollen des berühmten Werk von Hugo von Hofmannsthal. Die Schauspielerin Ulrike Beimpold, ebenfalls aus Funk und Fernsehen bekannt, kann als Buhlschaft bewundert werden.

Zu Beginn des Stücks befinden sich bloß die Musiker auf der Bühne und stimmen das Publikum auf das Kommende ein. Nach einigen Minuten tritt Philipp Hochmair, eine Zigarette rauchend, auf die Bühne und beginnt sogleich unverschämt zu lachen und zu tanzen. Während des Stückes kann öfter beobachtet werden, dass der Protagonist auf der verlängerten Bühne kniet und die Zuschauer links und rechts von ihm berührt sowie sie zum Singen animiert.

Hochmair geht im Spiel vom Sterben des reichen Mannes voll in seiner Rolle auf. Er kleidet sich mit goldenen Glitzergirlanden, küsst einen Beutel, der seinen Reichtum darstellen soll und trinkt alkoholische Getränke.
Das Stück ist sehr kurzweilig, nach der Verbeugung der Schauspieler ertönt Applaus, der allerdings nicht übermäßig ausfällt.

Die Neuinszenierung im Wiener Burgtheater ist jedenfalls sehr gewöhnungsbedürftig und für alle ZuseherInnen, die traditionelle Theaterstücke bevorzugen, nicht zu empfehlen. Für TheaterbesucherInnen, die offen für eine komplett andere „Jedermann“- Darbietung sind, ist dieses Stück jedoch eine absolute Empfehlung!

Barbara W.